WINTERSTEIGER AG verzeichnet 2008 neuen Rekordumsatz
3-Sparten-Politik hilft im schwierigen Geschäftsjahr 2009
- Konzernumsatz 2008 mit 91,5 Millionen Euro auf Rekordniveau
- Operating EBIT von 9,1 Millionen Euro
- EBIT-Umsatzrendite mit 9,9 Prozent weiterhin auf hohem Niveau
- Geschäftsjahr 2009: Investitionen in Standortausbau verschoben / erwarteter Markt- und Geschäftsrückgang bei schwacher Weltkonjunktur
Die Wintersteiger AG blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2008 zurück. Obwohl sich die Entwicklung der Weltwirtschaft im 3. und 4. Quartal deutlich eingetrübt hat, konnte Wintersteiger seinen Erfolgskurs durch organisches Wachstum und damit verbundenen Marktanteilsgewinnen fortsetzen. Mit einer erneuten Steigerung des Konzernumsatzes von über 8 Prozent auf nunmehr 91,5 Millionen Euro erzielt der Maschinenbauer den höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte. Aufgrund der äußerst schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rechnet das oberösterreichische Erfolgsunternehmen für 2009 jedoch mit einem spürbaren Markt- und Geschäftsrückgang.
Bei Wintersteiger ist man mit den Geschäftsergebnissen 2008 mehr als zufrieden, schließlich konnte sich das Unternehmen weitere Marktanteile sichern. Eigentümer und Aufsichtsratsvorsitzender Wolff Lange: „Wir sind bereits in allen drei Geschäftsfeldern klarer Weltmarktführer. Die ersten Monate der Wirtschaftskrise haben wir intensiv dafür genutzt, unsere Marktstellung weiter auszubauen. Das ist uns in fast allen Bereichen gut gelungen. Dass wir die Krise als Chance sehen können, verdanken wir unserer außergewöhnlichen Innovationskraft, der starken Nähe zu all unseren Kunden und unseren flexiblen Produktionsplänen." Die wesentlichsten Erfolgsfaktoren sind für Lange aber die eigenen Mitarbeiter, wie er im Rahmen der Bilanzpressekonferenz am 6. Mai betonte: „Wir haben der hohen Motivation und dem kollektiven Engagement unserer Mitarbeiter sehr viel zu verdanken."
Konzernzahlen 2008
Im Wirtschaftsjahr 2008 überstieg der konsolidierte Konzernumsatz mit 91,5 Millionen Euro den Rekordwert des Vorjahres (84,5 Millionen Euro) nochmals um über 8 Prozent. Die Auslandsumsätze wuchsen im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent. Dadurch stieg die Exportquote um 4 Prozent auf 89,7 Prozent.
Für Roland Greul MBA, Vorstand für Finanzen, Controlling & Personal ist das Unternehmensergebnis eine Bestätigung der Leistungsfähigkeit von Wintersteiger. Roland Greul: „Das Geschäftsjahr 2008 mit einem Rekordumsatz abzuschließen ist angesichts des wirtschaftlichen Umfeldes eine Bestätigung unserer strategischen Ausrichtung. Dennoch wird das Geschäftsjahr 2009 auch für Wintersteiger ein Jahr mit vielen Herausforderungen."
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 9,1 Millionen Euro (Vorjahr: 10,8 Millionen Euro). Die EBIT-Umsatzrendite verringerte sich auf 9,9 Prozent (Vorjahr: 12,8 Prozent). Neben dem Rekordumsatz und einem grundsoliden EBIT beeindruckt Wintersteiger durch eine ungewöhnlich hohe Eigenkapitalquote. Diese stieg im Konzern auf 52,6 Prozent (+ 2,3 Prozent) und in der Muttergesellschaft Ried auf 61,1 Prozent (+ 3,4 Prozent).
Wie in den Vorjahren investierte Wintersteiger auch 2008 wieder kräftig in die Bereiche Forschung und Entwicklung. Die Aufwendungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um über 11 Prozent auf 4,8 Millionen Euro (2007: 4,3 Millionen Euro). „Wir arbeiten auch in Krisenzeiten konsequent an der Entwicklung von neuen Produkten und Dienstleistungen. Die solide Finanzbasis ermöglicht uns gerade auch in schwierigen Zeiten die wichtigen Investitionen in Forschung und Entwicklung. Damit sichern wir uns schon heute die Wettbewerbsvorteile und Marktanteile von morgen", so Ing. Walter Aumayr, Vorstand für Technik & Produktion.
Personalstand
Zum 31. Dezember 2008 waren konzernweit 640 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 607), davon 457 (71 Prozent) in Ried. Bei Wintersteiger wird der Ausbildung von eigenen Fachkräften seit jeher eine große Bedeutung beigemessen, deshalb investiert das Unternehmen jährlich in die berufliche Entwicklung junger Menschen.
Im August 2008 starteten 11 neue Lehrlinge ihre Karriere bei Wintersteiger. Insgesamt stehen derzeit 47 Lehrlinge in Ausbildung - davon 6 Mädchen.
Unternehmensvorschau 2009
Wie bei vielen anderen Unternehmen wagt man auch bei Wintersteiger keine fixe Prognose für das laufende Geschäftsjahr. „Die Unsicherheit in den Märkten ist im Moment einfach zu groß, um eine seriöse Einschätzung über die Entwicklung des laufenden Geschäftsverlaufes vor-nehmen zu können", erklärt Ing. Markus Piber. Wintersteiger ist durch die 100-prozentige Kundenorientierung und damit verbundene starke Exportorientierung unmittelbar von den Entwicklungen der Weltwirtschaft betroffen. „Je länger die Krise dauert und je intensiver sie wird, desto stärker wird sie auch bei Wintersteiger ankommen", fügt Piber hinzu.
Für das Jahr 2009 stellt sich Wintersteiger bereits auf einen Markt- und Geschäftsrückgang ein.
„Die nach wie vor sehr gute Auftragssituation in den Bereichen Seedmech und Sports sowie unsere langfristige Unternehmens- und Finanzstrategie helfen uns, die Auswirkungen auf Wintersteiger in dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation in der weltweiten Holzbranche bis dato auf ein Minimum reduzieren zu können. Dadurch wurden wir einmal mehr in unserer 3-Sparten-Politik bestätigt. Unsere vorrangigsten Ziele sind, Marktanteile zu gewinnen, die Krise als Chance zu nutzen und unsere Stammbelegschaft mit allen möglichen Mitteln zu sichern", ergänzt Piber.
Investitionen 2009
Wintersteiger hatte für das Jahr 2009 größere Investitionen geplant, um den Standort in Ried deutlich auszubauen. Vorstand Ing. Walter Aumayr hält diese Vorhaben unter den derzeitigen Umständen jedoch für sekundär. Walter Aumayr dazu: „Aufgrund der momentan schwer einzuschätzenden Branchen- und Konjunkturszenarien haben wir die Ausbaupläne des Standortes vorerst verschoben und ein Maßnahmenbündel entwickelt, mit dem wir der Krise entgegen-treten wollen." So wurde die rein auftragsbezogene Fertigung der Maschinen in Ried und der Sägen im Werk der Wintersteiger Sägen GmbH in Arnstadt flexibel an die Nachfrage angepasst.
Auch wenn die Ausbaupläne am Standort Ried vorübergehend auf Eis gelegt wurden, so hat man für die Zeit nach der Krise bereits entscheidende Weichenstellungen vorgenommen. Um die langfristigen Expansionspläne am Standort Ried realisieren zu können, hat die Unternehmensführung wichtige Grundflächen erworben. Dazu gehören ein Straßenstück, ein angrenzendes Firmenareal mit einer ca. 360 qm großen Halle samt Grundstück.
Eigentümerwechsel und Prognose aus Sicht des neuen Eigentümers
Mit Wirkung zum 1. Jänner 2009 gab Rainer Bartram - der am 25. Februar 2009 wenige Tage vor Vollendung seines 85. Lebensjahres völlig unerwartet aus dem Leben gerufen wurde - seinen Gesellschafteranteil von 55,1 % ab. Die von Herrn Wolff Lange geführte LJH Holding GmbH war bereits seit Dezember 2005 Minderheitsgesellschafter (44,9 %) und stockte ihren Anteil auf 74,9 % auf. Die übrigen 25,1 % wurden von der ULM Management GmbH übernommen. Beide Gesellschaften sind im 100-prozentigen Besitz der Familie Lange.
Herr Bartram sah in dieser Regelung eine optimale Fortführung seines erfolgreichen Weges. Seit über 50 Jahren war Bartram mit der Familie Lange geschäftlich und privat verbunden. Vertreten wird die Familie von Herrn Wolff Lange, der den Aufsichtsratsvorsitz ab Januar 2009 übernommen hat.
„Unser Engagement bei Wintersteiger ist langfristig und nachhaltig. Wir werden den bisher eingeschlagenen Weg konsequent und erfolgreich fortsetzen", erklärte Wolff Lange anlässlich der Bilanzpressekonferenz. „Wir verfügen über eine grundsolide Finanzbasis und sind wirtschaftlich kerngesund. Wir haben eine motivierte, bestens ausgebildete Mannschaft, Top Kunden und ein überzeugendes Produktportfolio. Somit sind wir sowohl für die Krise als auch die Zeit danach sehr gut gerüstet", so Lange weiter. Der neue Eigentümer weiß wohin er mit Wintersteiger will und gibt gleichzeitig zu verstehen, wie denn die strategische Ausrichtung aussieht: „Wir sind und bleiben Weltmarktführer in allen unseren Geschäftsfeldern. Daher setzen wir weiterhin konsequent auf die Vorwärtsstrategie."



